Besser als "Glücklichsein"?
Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr viele Probleme mit dem Begriff des Glücklichseins habe. Die Probleme sind vor allem pragmatischer Natur: Wenn ich mich z.B. hinsetze und mich frage "Wie kann ich mein Leben so führen, dass ich glücklich bin?" - dann fällt mir nichts ein. Null, nada. Ich kann mit diesem Begriff nicht praktisch arbeiten. Und ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob dieses Glücklichsein langfristig so erstrebenswert ist.
Jetzt habe ich eine Formulierung gefunden, die für mich besser funktioniert. Wenn ich mich frage, wie ich mein Leben nach dieser Formulierung ausrichten kann, dann fallen mir sofort viele Dinge ein, die auch größtenteils echt realisierbar sind. Eine richtig praktische Formulierung also! Für alle, die es interessiert, hier ist sie:
Ich will mein Leben so führen, dass ich vor Begeisterung brenne und am Ende jeden Tages im Bett von dem Tag schwärme, den ich grade erlebt habe.
Alles andere ist suboptimal. Ein wirklich lohnenswertes Ziel also. Kann man das leugnen?
Freiheit und Abenteuer im Computerspiel
Ein Cabrio. So ein richtig schniekes Teil. Ein Mercedes SL, oder ein 6er BMW. Ich am Steuer, vor mir die endlose Autobahn. Die Sonne scheint, und die HiFi-Anlage spielt "Roadhouse Blues" von den Doors. Sie spielt Foo Fighters, Muse und all meine Lieblingsbands, rauf und runter. Ich genieße die Fahrt. Irgendwann gegen Abend stelle ich beim Halt an der Tankstelle fest, dass ich in der Nähe von Luxemburg gelandet bin. Also fahr ich doch direkt mal dorthin und nehme mir ein Hotelzimmer für die Nacht.
Das wäre ein kleiner Traum von Freiheit, wie er sich jetzt angesichts des sich nähernden Sommers häufiger in meinem Kopf abspielt. Sowas ähnliches habe ich auch wirklich schon mal getan, und ich kann es wärmstens empfehlen. Freiheit und Abenteuer. Manche Träume lassen sich realisieren. Vorübergehend, danach geht die Arbeit weiter. Wir erträumen aber noch mehr, oft auch Dinge, die wir niemals in die Realität umsetzen können. Das liegt daran, dass wir die Fähigkeit haben, uns ein "Was wäre wenn" vorzustellen. Diese Vorstellungen gefallen uns bisweilen so gut, dass wir sie genießen und darin schwelgen. Dass wir die Fähigkeit dazu haben, finde ich äußerst spannend und bemerkenswert, aber es führt nun mal auch dazu, dass man so viele unerfüllte Träume hat.
Wir haben uns virtuelle Realitäten geschaffen: Erzählungen, Bücher, Filme und Computerspiele. Vor allem letztere waren für mich immer ein Ventil für unerfüllte Träume und Bedürfnisse. Im Ballerspiel knalle ich ein Dutzend Typen ab, kann Angst, Stress und schließlich Triumph empfinden, ohne jemals wirklich in Gefahr zu sein. Doch viel stärker als dieses Bedürfnis ist mein Fernweh. Und darum war ich schon von klein auf ein Fan von Fantasy-Computerrollenspielen, sogar noch lange bevor ich einen eigenen Computer besaß. Ich erinnere mich an Times of Lore, das ich damals auf einem Grünmonitor begaffen durfte. Die ersten Ultima-Teile. Dann später Ultima VII mit seinen riesigen Landschaften, Wäldern, Gebirgen. Manchmal regnete es sogar, oder es schneite. Bäcker standen morgens auf und gingen zu ihrem Ofen. Auch die Bösewichte fristeten ihr kleines, halbwegs realitätsnahes Leben in dieser Spielwelt, die ein Abenteuerspielplatz war, der nur darauf wartete, dass ich ihn betrat und zum Helden wurde. Weiterlesen»
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Idee: Kirchenaustritt als Protest
In einem sind sich viele gläubige Christen derzeit einig mit Atheisten: Die Fälle von Kindesvergewaltigungen und -foltern in der katholischen Kirche (ich nenne es nicht "Misshandlung", weil ich diesen Begriff als beschönigend empfinde - da denkt man vielleicht, der Pfaff hat nur mal eine Ohrfeige verteilt) werden der Organisation noch lange anhaften. Dies liegt sowohl daran, dass Päderastie gesellschaftlich als schlimmste aller Missetaten angesehen wird, als auch an der Art, wie die Leitung der katholischen Kirche damit umgeht. Immer schön unter den Teppich kehren! Schuld sei die sexuelle Revolution oder die Homosexualität. Auch der Papst arbeitet aktiv an der Vertuschung der Untaten, statt öffentlich tiefstes Bedauern zu äußern und die Kirche zu einer Organisation umzuarbeiten, die Kindern in Not hilft, anstatt sie zu Opfern des Bösen zu machen. Viele gläubige Christen sind sich einig mit Atheisten, dass man so eine Organisation nicht unterstützen will, sich nicht damit in Verbindung bringen lassen will, dass man ihr erst recht kein Geld geben will. Selbst wenn man an Gott, Jesus und die Bibel glaubt - das geht zu weit!
Es sind so viele Fälle von Kindesvergewaltigung in der katholischen Kirche aufgetreten, dass dies nicht als unglückliche Häufung von Zufällen gelten kann. Mit dem System der Kirche stimmt etwas nicht, und zwar ganz fundamental nicht. Es ist unerträglich zu wissen, dass die Kirche morgen ganz genau so weiter machen wird wie heute und gestern. Es wird sich nichts ändern, weil die katholische Kirche nichts an ihren Strukturen verändert. Ich würde mir einen bestürzten, beschämten Papst wünschen, der jetzt in Zusammenarbeit mit Psychologen und Missbrauchsopferverbänden kirchliche Strukturen so umarbeitet, dass Kinder nicht mehr durch die Mitglieder der Organisation vergewaltigt oder gefoltert werden. Ach was, ich wünsche mir das nicht nur, sondern ich finde, dass dies das mindeste wäre, was der Papst tun könnte! Aber Pustekuchen, es wird nur geleugnet und vertuscht. Die Kirche wird sich nicht ändern.
Darum fordere ich zum Protest auf, indem ich ihn selbst beginne. Ich werde aus der Kirche austreten, und ich werde für mindestens ein Jahr meine Kirchensteuer an ein Hilfswerk für Vergewaltigungsopfer spenden. Ich bitte um Tipps: Welche Hilfswerke kommen in Frage?
Außerdem werde ich eine Webseite entwerfen. Jeder Blogger, der sich entscheidet meinen Protest nachzumachen, der ebenfalls aus der Kirche austritt und seine Kirchensteuer den Opfern zukommen lässt, wird sich auf der Seite verlinken lassen können. Wer nicht Mitglied der katholischen Kirche ist, wird natürlich ebenfalls herzlich zur Teilnahme aufgefordert sein. Auch wer nichts spenden mag, sondern wer vielleicht nur seine Meinung in seinem Blog veröffentlicht, darf sich verlinken lassen.
Okay, das ist zumindest mein Plan. Ich bin mir noch nicht absolut klar darüber, ob ich die Webseite wirklich umsetze. Darum bitte ich um Meinungen. Wenn ich am Ende der einzige bin, der sich auf der Webseite als Kirchenaustreter outet, dürfte das reichlich kümmerlich wirken, oder?
Mein Aufruf richtet sich an gläubige Christen genau wie an Atheisten. Wer aus der Kirche austreten möchte ohne seinen Glauben aufzugeben, dem würde ich empfehlen, einen Wechsel von der katholischen zur evangelischen Kirche zu erwägen. Die evangelische Kirche ist ein wenig "demokratischer" organisiert, weniger dogmatisch, pompös und herrschaftlich als die katholische Kirche. Die Priester dürfen auch Priesterinnen sein, und sie dürfen heiraten (auch gleichgeschlechtliche Partner). Und das wichtigste von allem: evangelische Würdenträger vergewaltigen keine kleinen Kinder.
In eigener Sache: Manche könnte es wundern, dass ich als Atheist noch Mitglied der Kirche bin. Das hat persönliche Gründe (Option auf kirchliche Trauung im Falle von Hochzeit, sowie Faulheit). Mein Kirchenaustritt ist schon lange, lange überfällig. Und jetzt kann ich ihm vielleicht auch noch besondere Bedeutung verleihen.
Kommentar zum Trend "Wissenschaftler äußern sich zu Moral und Ethik"
Es gibt scheinbar einen neuen Trend unter Wissenschaftlern: In Talkshows, Interviews und öffentlichen Präsentationen äußern sie sich jetzt nicht mehr allein zu den fachlichen Themen ihres Gebiets, sondern geben auch immer häufiger Auskunft über moralische und ethische Implikationen ihrer Forschung. Das ist insofern heikel, da seit Descartes eine Art ungeschriebenen Gesetzes besteht: dass die Wissenschaft Aussagen über die Funktionsweise der Welt macht, und die Religion doziert über Moral und Ethik. Kann es sein, dass diese alte Regel nun bricht?
Gut wäre es auf alle Fälle. Wer würde nicht einer Gruppe erfahrener Psychologen oder sogar Biologen eher ein fundiertes ethisches Urteil zutrauen als einer Bischofskonferenz? Doch bei dieser Betrachtungsweise ist etwas wichtiges vergessen worden, nämlich dass die Philosophen schon seit Jahrhunderten, gar seit Jahrtausenden, sehr fundierte Aussagen über Ethik und Moral machen. Jeder kann es nachlesen, ob nun bei Plato und Sokrates oder bei Kant und Hegel. Weiterlesen»
Wie wird der neue Predator-Film?
Es gibt ein Sneak Peak für den kommenden Film "Predators" (dank an Lou, der mich per Twitter darauf aufmerksam gemacht hat):
Wenn ich nun mal das, was der Typ da so sagt, in meine Interpretation übersetze, dann kommt dabei etwa folgendes heraus:
So toll wie der Originalfilm wird er nicht, weil wir das infolge akuten Schwarzeneggermangels nicht hinkriegen. Wir wollen auch nicht anknüpfen an "Predator 2", oder an die zahlreichen Comics, die zu dem Szenario bereits entstanden sind. Um ganz deutlich zu zeigen, dass wir mit diesem Erbe brechen wollen, haben wir eine neue Predator-Rasse eingeführt, die zwar furchteinflössender sein soll, aber letztendlich wahrscheinlich nur lächerlich sein wird. Und weil wir das klassische Konzept namens "Protagonist" nicht verstanden haben, stopfen wir den Film voll mit lauter menschlichen Testosteronmonstern auf Egotrips, die wegen ihrer Überlebensgröße als Karikaturen ihrer selbst erscheinen. Aus Fehlern vergangener Filme jedweder Art lernen wir nichts, wir machen lieber unhaltbare Versprechungen, damit die Leute zahlreich ins Kino strömen.
Aber hey, es ist cool!
Ich habe echt die Befürchtung, dass sie das verhunzen. Meinungen?
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Volksfront der Veganer - oder vegane Volksfront?
Ich brauche Eure Meinung. Denn da draußen tobt ein Krieg, und ich weiß nicht, wie ich mich positionieren soll. Bitte schreibt Eure Meinung als Kommentar auf!
Es fing ganz harmlos an. Auf der Suche nach Information über ein Fleischersatzprodukt namens "Valess", das in Deutschland noch relativ neu ist, stieß ich auf ein Vegetarierforum und lernte schnell, dass nicht nur manche Vegetarier missbilligend auf uns Fleischfresser herab blicken, sondern ebenso auch manche Veganer auf die Vegetarier! Die Ausdrucksweise der betreffenden Veganer hat etwas Arrogantes. Beispiel:
ich mache mich gerne mal unbeliebt und sage fleisch = mord
aber milch auch irgendwie = mord. ich find es gut wenn man vegetarier wird aber meines erachtens macht es nur wirklich sinn wenn man sich zum veganer weiterentwickelt.
(Zitiert vom Nutzer "mizzimuzzi", Link zum Original)
Ausblick 2010: fitter, happier
Wer erinnert sich nicht an die 200x'er-Partybrillen? Über zehn Jahre hinweg gab es Jahr für Jahr pünktlich zu Silvester eine Partybrille in Gestalt der nächsten Jahreszahl, wobei die beiden Nullen in der Mitte jeweils als Gucklöcher fungierten. Eine pfiffige Idee, die mancherorts die Partylaune steigerte. Manche trauern dem nach und fanden es schade, dass es seit der Jahreszwahl 2010 nicht mehr geht. Aber ich sage Euch: 2010 war noch okay, da hätte man die Eins noch lustig hochstellen können, so dass man doch noch zwei Nullen zum Durchschauen gehabt hätte, aber der richtige Horror wird 2011. Keine Nullen mehr zum Gucken.
Außerdem bin ich froh, dass man jetzt nicht mehr '07, '09 oder so als abgekürzte Jahreszahl schreiben muss. Ich habe eine Antipathie gegen Zahlen, die mit einer Null beginnen. Auch wenn sie mit dem Apostroph als unvollständig gekennzeichnet sind, habe ich immer das Gefühl, man sollte die führende Null weglassen. Aber '7 oder '9 - wie sieht denn das aus? Soll das vielleicht klingonische Lautschrift sein? Aber egal, denn endlich können wir '10 schreiben. Seeeeehr befriedigend.
Es scheint wohl alles besser zu werden. Wir erholen uns von der Wirtschaftskrise, neue Märkte tun sich auf, das Elend in der Welt ist stark rückläufig, und Eurasien wird immer greifbarer. Für mich persönlich ist es ein schöner Erfolg, dass ich seit einem gefühlten Jahr nicht mehr rauche. Mittlerweile vermisse ich es auch gar nicht mehr. Zwar kenne ich die Geschichten von Leuten, die nach zehn Jahren wieder mit dem Rauchen begonnen haben, aber ich weiß nicht, wie ich das auf mich beziehen kann. Entweder die Leute haben wirklich zehn Jahre lang Schmacht erduldet, was bei mir nicht der Fall wäre, oder sie hatten sozusagen keinen Rückfall im eigentlichen Sinne, sondern haben genau so mit dem Rauchen angefangen, wie auch jeder lebenslange Nichtraucher theoretisch jederzeit mit dem Rauchen anfangen könnte.
Weiterlesen»Keine Toleranz für Schwulenfeinde
Eigentlich sollte Homosexualität kein Thema mehr sein. Ich meine, es gab mal diese Zeit, in der man nur hinter vorgehaltener Hand von Schwulen geredet hat. Ich war damals zu klein, um mitzureden. Aber dass den Leuten das Thema irgendwie unangenehm war, habe ich damals schon bemerkt. Dann kamen die Komiker und griffen das Thema auf. Eine kurze Zeit lang waren Schwulenwitze forsch, frech und ein klein wenig unmoralisch. Dann wurden sie Usus, so dass sie langweilig wurden und die Komiker sich andere Themen zum Witzemachen suchten. Für mich war das damals ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft Schwule endlich als normale Mitglieder anerkannt hatte.
Jetzt will man in Uganda Homosexuelle hinrichten. Per Gesetz, also von staatlicher Seite aus. Die Anerkennung des Gesetzesentwurfs steht noch aus, aber es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Staat Uganda ab Februar 2010 offiziell schwule Menschen hinrichten darf. Ist das nicht traurig?
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Wir haben ja keine Ahnung
Eines Nachts kamen ein Freund und ich auf eine schöne Idee: Wir wollten die Sterne möglichst klar mit bloßen Augen sehen können. Das ist nicht einfach, wenn man sich in einer Stadt befindet, weil von allen Richtungen störendes helles Licht einfällt. Also sind wir zum äußersten Rand der Stadt gefahren, bis wir ein riesiges Feld fanden. Ich steuerte das Auto bis ungefähr in die Mitte des Feldes, wo wir praktischerweise einen kleinen Platz mit einer Parkbank vorfanden. Es war so dunkel wie es in dieser relativen Nähe zu einer Stadt nur sein kann; wir konnten uns gegenseitig nur dadurch erkennen, dass unsere Silhuetten sich dunkel gegen den schmalen hellen Streifen am Horizont abhoben, in dem sich der ganze Glanz der Stadt versteckt hatte.
So der Dunkelheit ausgesetzt, sprachen wir unwillkürlich leiser, denn alle Geräusche erschienen plötzlich lauter zu sein. Es war recht warm für eine Nacht, aber ein träger, erfrischender Wind wehte angenehm um uns herum. Vom Auto her hörten wir noch einige Knackgeräusche, während sich das abkühlende Metall zusammenzog, und gedämpft drang das entfernte Rauschen der Autobahn in unsere Ohren. Über all dem lag die gigantische schwarze Schale des Himmels, gesprenkelt mit vielen winzigen, perfekt reinen Leuchtpunkten, eine Unendlichkeit, deren Größe man nicht im mindesten erfassen kann, selbst wenn man mehrfach den Blick von einer Seite des Himmels zur anderen schweifen lässt.
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madoc.eu war vorübergehend down
Vorgestern und gestern lieferte jeder Aufruf einer Webseite von madoc.eu eine Fehlermeldung. Dies lag daran, dass mein Webhoster Konent madoc.eu klammheimlich auf einen anderen Server umgezogen hat, der nicht mehr so funktioniert wie der alte. Davon wurde mir nichts mitgeteilt, aber nachdem ich mich über den Fehler beschwert hatte, wurde mir der Grund genannt und auch gleich für Abhilfe gesorgt. Zitat:
aufgrund eines abzusehenden Totalausfalls einer unserer Server, musste ihr
Webspace auf einen neuen Server verschoben werden. Auf dem neuen Server sind
jedoch php_value Einstellungen in der .htaccess nicht mehr zulässig.
Der Error tritt nicht mehr auf, wenn in Ihrer .htaccess Datei der Subdomain
www die Zeilen 41 bis 48 auskommentiert sind.
Das ist nicht grade die feine englische Art, aber wenigstens geht's wieder.